Australien – Woche 6

Wir hatten sehr viel Glück

Regenwald. Tropischer (!) Regenwald. Seit einer Woche erleben wir tropisches Klima. Anfangs habe ich mir noch einzureden versucht, es sei die hohe Luftfeuchtigkeit, die an der Haut kondensiert. Aber alles Leugnen nützt nichts, es ist Schweiß. Wer schonmal im Tropenhaus war, der bekommt vielleicht eine Ahnung davon, wie sich das Klima hier anfühlt. Nun, nach einer Woche nehme ich es hin, ohne mich wirklich daran zu gewöhnen. Will ich auch nicht, muss ich auch nicht. Die Tage in diesen Breitengraden sind gezählt.

Zum Glück auf deutsch

Nun aber mal das Wesentliche: der Regenwald. Ich bin schwer begeistert. So etwas habe ich noch nie gesehen. Der Daintree Rainforest ist mit etwa 110 Millionen Jahren der älteste Regenwald der Welt (der weitaus bekanntere Amazonas kommt gerade einmal auf 55 Mio). Die Dinos sind ausgestorben, aber es würde mich nicht wundern, welche zu sehen. Die würden hier prima ins Bild passen. Dafür gibt es in der Gegend Krokodile, und die haben bekanntlich die Dinos überlebt. Nahezu überall am Wasser stehen Warnschilder, die auf die (mögliche) Anwesenheit von Krokodilen aufmerksam machen. Davor hat man natürlich Respekt. Gesehen haben wir aber erst welche, bzw. Teile von Krokodilen, als wir uns einer „Croc Cruise“ angeschlossen haben. Da ging es in einem kleinen Bötchen am Ufer des Daintree River entlang. Der Guide hat spannende und unterhaltsame Geschichten über die durchaus faszinierenden Geschöpfe erzählt, die am Fluss leben. Und man merkte schnell, wie sehr ihm die Krokodile am Herzen liegen. Sie bekommen alle Namen, aber erst wenn sie 6 Jahre alt sind, weil sie erst dann aus dem Gröbsten raus und ihre Überlebenschancen besser geworden sind. Wie der Guide sagte, dürfe man nicht zu emotional werden. Würde mir bei Krokos auch nicht einfallen. Aber die beiden Babys, die sich auf einem Ast gesonnt haben, sahen schon irgendwie süß aus. Auf jeden Fall war die Bootstour ein tolles Erlebnis!

Das ist Scooter

Insgesamt war diese Woche für uns in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und einzigartig. Wir haben zwei Tage erlebt, an denen es geregnet oder besser gesagt geschüttet hat. Allein am Montag kamen 80 l/qm Regen vom Himmel. Das haben wir so noch nie erlebt. Der Regenwald ist so dicht und der Boden so nass, dass man freundlicherweise für die Besucher sogenannte Boardwalks angelegt hat, damit diese trockenen Fußes und gefahrlos durch den Regenwald spazieren können. So konnten wir auch die unglaubliche Vielfalt an Bäumen, Palmen, Farnen, … in Ruhe genießen und bestaunen.

handtellergroß und harmlos

Erstaunlicherweise sind uns dabei so gut wie keine Tiere begegnet, einerseits vielleicht auch besser so, aber in Australien leben ja nicht nur gefährliche menschenfressende Kreaturen. Die Golden Orb Spider, zu Deutsch Webspinne, zum Beispiel ist völlig harmlos. Davon haben sich einige Exemplare in dem Resort, in dem wir ein paar Tage gewohnt haben, häuslich niedergelassen und zum Fotografieren förmlich eingeladen. Leider haben wir nur wenige Male einen urzeitlich aussehenden Kasuar erspäht, obwohl überall Schilder zur Vorsicht mahnen. Auch wenn die scheuen Vögel gefährlich werden können, wenn man sie überrascht oder ihnen zu nahe kommt, macht man das vor allem zu ihrem Schutz, denn der Bestand erholt sich nur langsam. Und schließlich waren wir zweimal Eis essen auf einer Farm, die aus allen möglichen Früchten, die dort alle angebaut werden, Eis herstellt. Schonmal was von Akaziensamen gehört? Oder Sapote? Wir auch nicht, aber beides schmeckt als Eis hervorragend.

Eis am 16. Südlichen Breitengrad

Australien – Woche 5

Welcome to the Jungle! Oder besser gesagt im Tropischen Regenwald. Den Unterschied habe ich heute gelernt, und neben der Vegetation liegt er vor allem beim REGEN! Den hatten und haben wir seit unserer Ankunft vor 2 Tagen reichlich. Die Regenzeit scheint noch nicht vorbei zu sein oder La Niña reicht auch bis nach Queensland. Egal, es ist toll hier. Und der Regen hat auch etwas Gutes für uns: Er drückt die Temperaturen ordentlich, sodass wir es ganz gut aushalten können.

Da ich ja einmal im Leben Koalas sehen wollte und diese in der Natur recht zurückgezogen leben, haben wir uns entschlossen eine Art Mini-Zoo zu besuchen, in dem man auf kleinem Raum die Tierwelt Queenslands bestaunen kann. Und da haben wir sie auch gesehen, diese – wie ich finde – niedlichen Tiere. Sie hockten friedlich vor sich hindösend auf ihren Bäumen und ignorierten die gaffenden Besucher. Ich bin auf meine Kosten gekommen. ABER: Einmal mehr habe ich realisiert, warum ich Zoos eigentlich meide; die Tiere leben eben in Gefangenschaft. Das tut mir schon sehr leid, vor allem wenn man die Kängurus z. B. schon in der freien Natur herumhüpfend bewundern durfte. Besonders schlimm jedoch empfand ich die Aktion, dass man sich gegen Aufpreis mit einem Koala auf dem Arm fotografieren lassen kann. Die Schlange war auch recht lang, das Interesse also groß. Aber muss das sein? Wir haben dann auch zugesehen, wie eine Mitarbeiterin einen schlafenden Koala fürs Shooting ziemlich ruppig vom Baum gepflückt hat. Er wollte halt nicht… Wir sind auch nicht lange geblieben. Ich muss mich künftig daran erinnern, nicht mehr in den Zoo zu gehen.

Der durfte weiter dösen

Wo Regen ist, ist natürlich auch viel Wasser und so haben wir an einem Tag 6 Wasserfälle gesehen. Zum Teil richtig schöne und an vielen kann man auch baden. Wir haben sie nur fotografiert, waren durch den Regen ja schon nass genug.

Morgen geht es weiter in den Norden. Wir werden berichten.

Regenwald!

Australien – Woche 4.2

Unser Camper……….nachbar

Endstand: 10:19. 10 Übernachtungen im Camper stehen 19 in richtigen Betten gegenüber. Das Leben im Camper an sich ist nicht schlecht und wir haben auf richtig schönen Campingplätzen übernachtet (siehe Grampians Paradise). Aber: Es schläft sich total unbequem. Da nützte auch keine Extraschicht Polster. Und da uns gesunder Schlaf sehr wichtig ist, haben wir es irgendwann gelassen. Es war ohnehin „nur“ ein Experiment, um zu sehen, ob das etwas für uns ist. Ist es nicht, wie wir jetzt wissen. Und der Vorteil, den gesamten Hausstand immer dabei zu haben, wurde damit leider auch zum entscheidenden Nachteil. Mit dem Camper zu reisen bzw. zu fahren, ist kein Vergnügen. Man kommt (auch wenn es in Australien sowieso Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt) nicht sehr schnell voran und fährt, eben weil man den gesamten Haushalt dabei hat, besonders vorsichtig. Anyway, wir haben den Opa nach 4250 Kilometern zurückgegeben. Immerhin hat er uns zuverlässig überall hingebracht (wo wir mit ihm fahren durften) und uns nie im Stich gelassen!

Tea time mit Camper und Kängurus

In Cairns wartet ein anderes Fahrzeug, diesmal ein kleiner Pkw, auf uns. Damit sollte das Fahren entspannter werden.

Wo ist die Maus?

Übrigens haben wir in den letzten beiden Wochen einen blinden Passagier dabeigehabt, wahrscheinlich eine Maus, die unsere Kekse angeknabbert hat. Und auch nur die, nicht etwa die Nudeln oder Haferflocken. Nein, sie ist ein Feinschmecker. Oder war? Keine Ahnung, ob sie bis zum Ende bei uns geblieben ist. Wir haben jedenfalls kein Essen/Futter mehr im Camper gelagert.

Begonnen bei 679.251 km. Das „Links fahren“ hab ich erst bei der Rückgabe gesehen.

Australien – Woche 4

Die Southcoast. Wunderschöne Strände. Kleine Buchten. Der Pazifik mal wilder, mal sanfter. Wenn die Wellen an den Strand rollen oder sich an Felsen brechen. Die Brandung. Die Geräusche. Herrlich! Da möchte man ewig verweilen.

In der vergangenen Woche haben wir mehr Strände besucht als ich in meinem ganzen Leben zuvor gesehen habe, so kommt es mir jedenfalls vor. Aber genug davon habe ich noch lange nicht. Gestern war ich dann endlich zum ersten Mal im Pazifik baden. Und es wird hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Interessant ist, dass die Australier nicht wirklich schwimmen, vielmehr stehen sie bis zur Hüfte oder zur Brust im Wasser und hüpfen johlend und jauchzend durch jede Welle, die heranrollt. Und das machen sie dann gefühlt stundenlang. Also, spaßig ist das schon, aber schwimmen gefällt mir besser.

Morgen ist dann unsere Zeit in New South Wales vorbei, wir geben den Camper zurück und fliegen rund 2300 Kilometer nach Norden in die Tropen. Darauf freuen wir uns schon sehr.

Ein Angler mit Stirnlampe

Australien – Woche 3

Offensichtlich ein Wasserfall

Die letzte Woche verlief recht unspektakulär, da wir viel im Auto unterwegs waren, um Strecke zu machen. Und das dauert mit dem Camper etwas länger.

Zwei Dinge waren jedoch bemerkenswert, sodass sie hier erwähnt werden sollten.

Ein paar Kängurus von ca. 43 Millionen

Zum Einen hatten wir zwei wirklich außergewöhnliche Unterkünfte. Da war zunächst der Campingplatz „Grampians Paradise“, auf dem wir zwei Nächte verbracht haben. Wunderschön gelegen bietet er ein Heim oder wenigstens einen Futterplatz für zahlreiche Kängurus – eigentlich Wallabys – die hier mehr oder weniger den ganzen Tag grasen. Wo man hinsah, Kängurus. Sie ließen uns erstaunlich nah an sich heran, bevor sie weghüpften, sodass wir sie richtig gut beobachten konnten. Kay hat auch tolle Fotos gemacht! So viele Kängurus haben wir zuvor und seitdem auch nicht (mehr) gesehen.

You talking to me?

Die zweite Unterkunft liegt eher ungünstig direkt am Highway, aber man kommt sich vor wie mitten im Wald. „Bird Songs Getaway“, so der Name des B&B, macht seinem Namen auch alle Ehre. So viele verschiedene Vogelstimmen auf einmal zu hören, manche mehr, manche weniger unangenehm laut, ist schon außergewöhnlich. Am Abend unserer Ankunft bekamen wir nur wenige zu Gesicht. Der Besitzer der Pension gab uns Körnerfutter für die Papageien zum Frühstück. Und was soll ich sagen, sie erschienen zahlreich. Es ging hektischer zu als an jedem Frühstücksbuffet im Hotel. Die Vögel waren nicht zimperlich, drängelten, schubsten, hackten auf den Nachbarn ein, um einen Platz auf dem Balkongeländer zu bekommen, wo wir die Körner ausgestreut hatten. Das war ein Erlebnis! Und wunderschön anzusehen waren sie allemal.

Zum Anderen sind wir außerplanmäßig die Great Ocean Road entlanggefahren, die berühmte Küstenstraße. Es gibt im Westen entlang der Strecke schöne Aussichtspunkte, von denen man einen Blick auf bizarre Felsformationen erhaschen kann. Beeindruckend! Ansonsten windet sich die B 100 mal näher an, mal weiter entfernt von der Küste entlang nach Osten Richtung Melbourne. Für Autofahrer (bzw. CamperVan-Fahrer) nicht immer ein Vergnügen, obwohl gut ausgebaut, ist die Straße doch stellenweise sehr kurvig und steil.

Inzwischen sind wir wieder in New South Wales, wo wir an der Küste entlang nach Norden Richtung Sydney fahren. Die Strecke verspricht tolle Strände, aber auch Wälder zum Wandern. Wir werden sehen.